Zukünftige Veranstaltungen

So. 21. Januar 2018, 15 Uhr: Buchpremiere „Das geflügelte Haus“ und Verlagsvorstellung edition petit Dresden

Unter dem Titel „Das geflügelte Haus“ sind als erste Publikation der Edition Lyrikhaus die Eröffnungsreden von Richard Pietraß und Gisbert Amm vom 21. Mai 2016 nebst der in den Reden erwähnten Gedichte in einer bibliophilen Aufmachung mit einer Auflage von 200 nummerierten, handsignierten Exemplaren erschienen. Diese Publikation feiert am 21. Januar 2018 im Lyrikhaus Premiere.

Produziert wurde das Bändchen im TypoStudio SchumacherGebler in Dresden, wo Manfred Richter die Reihe edition petit herausgibt, in der mehrere Lyrikbände erschienen sind, unter anderem Richard Pietraß‘ Liebesgedichte „Lustwandel“. Pietraß wird aus diesem Band lesen.

Gisbert Amm wird Manfred Richter zu seiner verlegerischen Tätigkeit befragen.

Es gibt Kaffee und Kuchen. Der Eintritt beträgt 10 Euro.

So. 18. Februar 2018, 15 Uhr

So. 18. März 2018, 15 Uhr: Tobias Rank
ICH FÜHL MICH SO AUSGEDRÜCKT
Charmante Lieder. Klassisch, verliebt und müde.

Tobias Rank
Tonias Rank

Der Komponist und Pianist Tobias Rank hat Texte von Helmut Krausser, Thomas Kunst, Fritz Eckenga, Günter Kunert und Michael Lentz vertont.
Nicht wie gewohnt für andere Interpreten – diesmal singt er selbst und begleitet sich und seine Lieder am Klavier.
Literarische Chansons voller Schmermut, Melancholie, Witz und Übermut. Rebellisch und fein, abgebrüht und empfindlich, verliebt und müde. Eher leise als wirklich laut.

Du kennst das  (Thomas Kunst)

Es gibt Kaffee und Kuchen. Eintritt: 10 Euro.

***

Ich fühl mich so ausgedrückt
hab zwei Ratgeber intus
aber ich bin anders
vielleicht nur der Kaffee
ich belauere mich zähle mir vor komme kaum nach

Nackter Knochen
wo ist der Code mit der eingebauten Liebe
und wo ist sie eingebaut
wo ist das alles niedergeschrieben wie niedergeliebt
auf Bildern ist es so schön so still

Michael Lentz

So. 22. April 2018, 15 Uhr: Gerd Adloff und Elisabeth Wesuls

Am Sonntag, dem 22. April 2018 um 15 Uhr lesen Gerd Adloff und Elisabeth Wesuls im Lyrikhaus. Der Eintritt beträgt 10 Euro. Es gibt Kaffee und Kuchen.

Gerd Adloff, geb. 1952 in Berlin. Nach Abitur und Armeezeit Rotationsarbeiter, Buchhändler und dann Packer in einer Druckerei. 1976 bis 1981 Studium der Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1981 bis 1992 Mitarbeiter am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1992 bis 1999 Mitarbeit im Literaturverein „Orplid“, zeitweilig Lektor der Lyrikheftreihe „Poet’s Corner“.

Seit 1993 intensive Beschäftigung mit Fotografie. Seit 2007 wieder intensive Arbeit an Gedichten. Veröffentlichungen: „Fortgang“ (Gedichte, 1985); „Versensporn 4“ (39 Gedichte, 2011); „Wir erwarten die Zukunft in Kürze“ (12 Gedichte, 2012); „Zwischen Geschichte und September“ (Corvinus Presse, 2015); „Alles Glück dieser Erde“ (Corvinus Presse, 2017)

Elisabet Wesuls wird neue, bisher unveröffentlichte Texte lesen. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Heilpraktikerin in Berlin. Sie ist mit Gerd Adloff verheiratet. 1985 erschien im Verlag Neues Leben das Poesiealbum 216. Veröffentlichungen u.a. in Lyrik der DDR, Hrsg. Heinz Ludwig Arnold und Hermann Korte; Vogelbühne, Hrsg. Dorothea von Törne; Die Wärme die Kälte des Körpers des Andern, Hrsg. Kurt Drawert und Ein Molotow-Cocktail auf fremder Bettkante, Hrsg. Peter Geist

Sa. 23. Juni 2018, 19 Uhr: „Wir, die Apfelbäume“ von und mit Bella Chekurishvili (Georgien), deutsche Nachdichtungen gelesen von Norbert Hummelt

Sa. 25. August 2018, 19 Uhr: „waschplatz der kühlen dinge“. Kathrin Schmidt liest aus ihrem neuen Gedichtband

So. 23. September 2018, 15 Uhr: Frank Viehweg HERBSTESKOMMEN. Lieder nach Herbstgedichten von Louis Fürnberg

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Foto: Gabriele Senft

„In Mähren geboren, in Böhmen aufgewachsen, genau wie mein Vater“, sagt Dichtersänger Frank Viehweg, „vielleicht hat mir das die wiederholte Begegnung mit den Versen Louis Fürnbergs leicht gemacht. Der Dichter aber gehörte zur Generation meines Großvaters.“ Fürnberg kam 1909 in Iglau zur Welt und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Karlsbad.

Sein 1937 geschriebenes Gedicht Du hast ja ein Ziel vor den Augen avancierte in der DDR zu einem legendären FDJ-Lied.

1976 landeten die Puhdys einen Hit, in dem es heißt:  Alt wie ein Baum möchte ich werden, genau wie der Dichter es beschreibt. Kaum einer wußte, kaum einer weiß es heute: Der erwähnte Dichter ist Louis Fürnberg. Heute ist er vergessen, sein Werk versunken.

Sein Name findet nur manchmal noch Erwähnung als Autor des „Liedes der Partei“: Die Partei, die Partei, die hat immer recht / Und Genossen, es bleibe dabei / Denn wer kämpft für das Recht, der hat immer recht, gegen Lüge und Ausbeuterei …
2001 schrieb der Literaturwissenschaftler Hans Mayer, mit Bezug auf das Lied: Ein Gedicht aus der Feder des liebenswerten Louis Fürnberg aus Böhmen, eines Juden, der ein begabter Dichter war und ein demokratischer Sozialist, der immer wieder versuchte, wider seine bessere Überzeugung, aus sich einen orthodoxen Stalinisten zu machen. Ohne Erfolg. Christa Wolf schreibt in ihrem Buch Stadt der Engel, daß Fürnberg das Lied von der Partei im Jahre 1949 nicht als eine Lobeshymne, wie es später in der DDR Verwendung fand, geschrieben hatte, sondern als eine Art Selbstdisziplinierung. Seiner Frau Lotte sagte er: Dieses Lied wird mir noch einmal sehr schaden.

Das Werk des Dichters aber ist viel größer. Siebzehn Gedichte aus dem umfangreichen Werk Louis Fürnbergs hat Frank Viehweg in Töne gesetzt. Das Thema Herbst für den Liederzyklus, als Jahreszeit und Herbst des Lebens, hat sich dabei von selbst ergeben. Nachdem die Vertonungen abgeschlossen waren, las Viehweg in den Erinnerungen von Fürnbergs Frau Lotte: Immer hat Fürnberg die Herbste beschrieben, die wir erlebt haben, denn er hat diese Jahreszeit ganz besonders geliebt.

1954, in einer Zeit antisemitischer Tendenzen nach den Slánský-Prozessen, siedelten die Fürnbergs von Prag nach Weimar über. Dem Dichter blieben nur noch drei Jahre. Er starb, 48jährig, nach einem Herzinfarkt. An seinem Todestag schrieb Fürnberg an den jungen Dichter Rainer Kirsch: … daß das Leben viel komplizierter ist als ein Gedicht. Daß aber Gedichte zum Leben gehören, weil man ohne Schönheit, ohne Tiefe und ohne die Weisheit der Gedichte nicht leben kann.

So. 21. Oktober 2018, 15 Uhr: „Selbstporträt mit Bienenschwarm und neue Gedichte“. Lesung mit Jan Wagner, Büchnerpreisträger 2017

Am Sonntag, dem 21. Oktober 2018 um 15 Uhr liest Jan Wagner im Lyrikhaus. Der Eintritt beträgt 10 Euro.

So. 25. November 2018, 15 Uhr