Zukünftige Veranstaltungen

So. 24. September 2017, 15 Uhr: Lürische Ybungen. Lautgedichte und Bach-Fugen mit Ulrich Goerdten


Ulrich Goerdten
liest aus seinem 2016 erschienenen Band Lürische Ybungen. Lautgedichte und Leipogramme (Schwarzdruck, Gransee). Zwischen seine Lautgedichte streut er hie und da eine Bach-Fuge ein – im Lyrikhaus mangels Pianoforte am E-Piano. Eintritt 10 Euro.

Ulrich Goerdten (geb. 1935 in Teuchern im südlichen Sachsen-Anhalt) ist ein deutscher Schriftsteller, Kleinverleger und Bibliothekar. Nach dem Abitur verließ er die DDR und ging in die Bundesrepublik, wo er zunächst im Berg- und Straßenbau arbeitete. 1956–1961 studierte er Germanistik, Philosophie, Latein und Griechisch an der Universität Münster und der Freien Universität Berlin. Ab 1971 arbeitete er in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, zuerst in Aushilfsjobs, später von 1979 bis 1999 als Fachreferent für Germanistik und andere Fächer, mit Lehrauftrag für germanistische Fachbibliographie. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Bibliotheksdienst betreute er noch bis Ende des Jahres 2012 die Germanistische Linksammlung der Universitätsbibliothek.

1983–1985 war Goerdten Vorsitzender der „Neuen Gesellschaft für Literatur“ in Berlin. 1991 gründete er in Bargfeld, wo er sich intensiv mit dem Werk Arno Schmidts auseinandersetzte, den Kleinverlag Luttertaler Händedruck, in dem vor allem literarhistorische Texteditionen erschienen. Von 2013 bis 2015 war er Vorsitzender des Vorstands der Pirckheimer-Gesellschaft.

Goerdtens erstes Buch Loosung und Leertext. Gedichte und Prosa. erschien 1969 in Berlin. Neben zahlreichen Herausgeberschaften (u.a. Ottilie Voß: Die Taube in der Laube.) und Schriften über Arno Schmidt, Julius Stinde und die Pirckheimer hat Goerdten immer an seinen Sprachspielen gearbeitet und gelegentlich etwas davon veröffentlicht (z.B. Anagramme auf Suse. Bargfeld 1988). Angeregt wird er dabei durch die Autoren des Oulipo (L‘ Ouvroir de Littérature Potentielle = franz. „Werkstatt für Potentielle Literatur“), die eine Erweiterung der Sprache durch formale Zwänge anstreben. Ihre bekanntesten Vertreter sind Raymond Queneau und Georges Perec, der einen ganzen Roman geschrieben hat, in dem kein E vorkommt. Ein bekannter oulipotischer Dichter ist Oskar Pastior.

Hier eine Kostprobe aus Lürische Ybungen (die zugehörige Leseanweisung wurde bei Facebook veröffentlicht):

Leseanweisung für AMMASCHALL:

Alle „A“ nach Ä hin abtönen, alle „L“ fast schnalzig von der Zunge lassen, „ch“ als Rachenlaut sprechen! Dann klingts fast wie Arabisch. (Grundwort – Hypokeimenon – ist „Schlamm“, es kommt aber nicht vor, ebensowenig wie der Allahöchste.)

Man kann die „A“ aber auch nach O hin abtönen und das Ganze nur nuscheln, dann klingt es fast wie undeutliches Sächsisch.

AMMASCHALL
schalaam schalaam
schmall hamma laschasch
lallamasach masachalall
malascha schalamma
amschala schalmam
sachlam malachsach
sach mal ach sach mal
ach maschas laamall
amaamalammasch chlammamm
ammaschall laschlaam
malmasch almam maach
lahm schallma maahlamm
achsama amlasch
malscha amallasch
almallach sachma lachsamma
schach hallma malhallaaa

So. 15. Oktober 2017, 15 Uhr: „egal oder warte mal“ – Lesung mit Ingolf Brökel

Am Sonntag, dem 15. Oktober 2017 um 15 Uhr liest Ingolf Brökel im Lyrikhaus. Es gibt Kaffee und Kuchen. Eintritt 10 Euro.

Ingolf Brökel. Foto: Ulrike Ertel
Foto: Ulrike Ertel

Ingolf Brökel, geboren 1950 in Sauo (Niederlausitz), das 1971 der Braunkohle zum Opfer fiel. Der Vater Ingenieur, die Mutter Verwaltungsangestellte. Seit Schulbeginn in Senftenberg, 1969 Abitur. Studium der Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Danach Arbeit in Forschungseinrichtungen und im Hochschulbereich. Lehrt seit 1990 Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Lyrik von 1978-82; erste Veröffentlichungen 1981 in ndl und Temperamente. Zehnjährige Schreibpause. Rückkehr zum Schreiben 1992: Lyrik, auch Essays. Szenische Lesungen. Später auch Übertragungen (Nicanor Parra). Durch Gerhard Wolf 2007 zum Druckhaus Galrev gekommen. Dort erschien 2008 der erste Gedichtband mit dem Titel eben. Seither mehrere Gedichtbände (u.a. im abraum, 2012) und Poesiealbum 313. Brökel wohnt in Berlin.

daß ein gedicht unsinn ist
weiß jedes kind
je unsinniger um so lieber

aber manche
können nicht davon lassen
der unsinn reiht sich dann
(unter umständen
zu einem buch):
das ist wahnsinn

je wahnsinniger um so mehr

der alte dichter
bevor er geht
zieht davor den hut.


Das Gedicht stammt aus dem Band im b. raum, Palmartpress, 2017.

So. 12. November 2017, 15 Uhr: Im Märkischen Aufgelesen. Poetische Betrachtungen von Christiane Schulz, musikalisch begleitet von Brigitte Breitkreutz.

Am Sonntag, dem 12. November 2017 um 15 Uhr liest Christiane Schulz im Lyrikhaus, musikalisch begleitet von Brigitte Breitkreutz (Gitarre). Es gibt Kaffee und Kuchen. Eintritt 10 Euro.

Christiane Schulz wurde 1955 in Wildau südlich von Berlin geboren. Ab 1974 studierte sie Baustoffverfahrenstechnik an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar. Nach dem Diplom ging sie 1979 nach Potsdam. Auf eine fünfjährige Kinderbetreuungszeit folgte ein neuer Anfang im Filmmuseum Potsdam und bis 1990 eine Stelle im „VEB Umweltgestaltung und bildende Kunst“ (Potsdamer Modellprojekt zur künstlerischen Ausgestaltung von Wohn- und Industriekomplexen). Seit 1993 arbeitet sie als Buchhalterin im Architekturbüro ihres Ehemannes.

Ihr erster Gedichtband „Endwintergrau“ kam 2000 heraus, mehrere weitere folgten. Das Kulturministerium des Landes Brandenburg förderte ihre Arbeiten 2002, 2007, 2011 und 2015 mit Arbeits- und Aufenthaltsstipendien. 2013 erschien im Märkischen Verlag Wilhelmhorst das Poesiealbum 307. Ihr aktueller Lyrikband Die beschriftete Zeit (Basilisken-Presse Rangsdorf) hat 90 Seiten und kostet 24 Euro.


Eindringlich

Vor dem Fenster das Laub gab eben erst
rot und gelb die gespeicherte Sonne ab
erhellte uns das Novembergrau
über Nacht jedoch fällt das Licht
aus den Bäumen gewinnt das Dunkel
die Oberhand aus allen Ecken
kriecht die Kälte an die zu sehen ist
schreibt Wörter die wir vergangen glaubten
vom Wasser her wo die offene Flanke ist
frischen die Winde steigen die Nebel auf
und verhüllen was wir
gelesen haben nur unzureichend
geschützt vor dem Niederschlag
stehen wir am geschlossenen Fenster

So. 21. Januar 2018, 15 Uhr – Veranstaltung in Planung

So. 18. Februar 2018, 15 Uhr

So. 18. März 2018, 15 Uhr: Tobias Rank
ICH FÜHL MICH SO AUSGEDRÜCKT
Charmante Lieder. Klassisch, verliebt und müde.

Tobias Rank
Tonias Rank

Der Komponist und Pianist Tobias Rank hat Texte von Helmut Krausser, Thomas Kunst, Fritz Eckenga, Günter Kunert und Michael Lentz vertont.
Nicht wie gewohnt für andere Interpreten – diesmal singt er selbst und begleitet sich und seine Lieder am Klavier.
Literarische Chansons voller Schmermut, Melancholie, Witz und Übermut. Rebellisch
und fein, abgebrüht und empfindlich, verliebt und müde. Eher leise als wirklich laut.

Es gibt Kaffee und Kuchen. Eintritt: 10 Euro.

Ich fühl mich so ausgedrückt
hab zwei Ratgeber intus
aber ich bin anders
vielleicht nur der Kaffee
ich belauere mich zähle mir vor komme kaum nach

Nackter Knochen
wo ist der Code mit der eingebauten Liebe
und wo ist sie eingebaut
wo ist das alles niedergeschrieben wie niedergeliebt
auf Bildern ist es so schön so still

So. 22. April 2018, 15 Uhr: Gerd Adloff

Sa. 23. Juni 2018, 19 Uhr

Sa. 25. August 2018, 19 Uhr

So. 23. September 2018, 15 Uhr

So. 21. Oktober 2018, 15 Uhr

So. 25. November 2018, 15 Uhr