Zukünftige Veranstaltungen

So. 27. Oktober 2019, 15 Uhr: Vorstellung Edition Lyrikhaus Nr. 3, Ingolf Brökel: Der Dichtungsring in der Physik

Am Sonntag, dem 27. Oktober 2019 um 15 Uhr stellen wir das dritte Heft der Edition Lyrikhaus vor: Ingolf Brökel, Der Dichtungsring in der Physik. Moderation Gisbert Amm. Der Eintritt beträgt 10 Euro. Es gibt Kaffee und Kuchen.

Am 11. April 2018 hielt Ingolf Brökel, der im Oktober 2017 im Lyrikhaus gelesen hatte, an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Campus Wilhelminenhof in Berlin Schöneweide seine Abschlussvorlesung. Statt, wie in den Jahrzehnten zuvor, die physikalischen Tatsachen zu den aufgebauten Experimenten zu erläutern, teilte er dem nichtstudentischen Publikum jene Gedanken mit, die er sich als Dichter zu diesen Experimenten macht. Seinen Reim auf die Physik, der Lyrik lautet. Gisbert Amm war von diesem Vortrag so eingenommen, dass er beschloss, ihn als drittes Heft der eigenen bibliophilen Reihe herauszubringen. 

ERHELLUNG

eines schönen abends
kam das licht
und auch noch das
der erkenntnis
beugte sich
über meine schulter
steckte mir eins zwei drei
interferenzringe
an die finger
und krümmte sich leicht
vor der schwere
dieses gedichts.

So. 24. November 2019, 15 Uhr: Kathrin Schmidt und Sylvia Geist

Kathrin SchmidtKathrin Schmidt wurde 1958 im thüringischen Gotha geboren studierte von 1976 bis 1981 in Jena Psychologie, Fachrichtung Sozialpsychologie. 1979 wurden erstmals Gedichte von ihr in der Zeitschrift Neue Deutschen Literatur publiziert. Nach dem Studium arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin an der Leipziger Karl-Marx-Universität. 1982 erschien ihr Debüt, Poesiealbum 179. Ab 1983 arbeitete sie als Kinderpsychologin im damaligen Kreiskrankenhaus Rüdersdorf. 1986/87 studierte sie am Literaturinstitut in Leipzig. Ende 1987 erschien der Gedichtband „Ein Engel fliegt durch die Tapetenfabrik“, zur gleichen Zeit begann sie in der Marzahner Poliklinik Ernst-Ludwig-Heim zu arbeiten, wiederum als Kinderpsychologin. In der Wendezeit, gab sie ihre Arbeit als Psychologin auf und saß als Vertreterin der Vereinigten Linken am Runden Tisch Berlins. In der Folgezeit Redakteurin der Ostberliner Frauenzeitschrift YPSILON, Mitarbeiterin der Berliner Instituts für Vergleichende Sozialforschung und des Janus e.V. Seit Ende 1994 freie Autorin. 1996 erschien der Lyrikband „FLUSSBILD MIT ENGEL“.  1998 erschien ihr erster Roman „Die Gunnar-Lennefsen-Expedition“. Seitdem weitere Lyrikband- und Romanveröffentlichungen, zuletzt „waschplatz der kühlen dinge“ (Gedichte, 2018). Kathrin Schmidt hat fünf Kinder und lebt in Berlin-Mahlsdorf. Für ihren Roman „Du stirbst nicht“ erhielt sie 2009 den Deutschen Buchpreis. Weitere Preise (Auswahl): Leonce-und-Lena-Preis (1993), Lyrikpreis Meran (1994), Deutscher Kritikerpreis (2001), Droste-Preis der Stadt Meersburg (2003), Deutsche Akademie Rom Villa Massimo (2010), Christine Lavant Preis (2016)

kleistkubus, klandestin

4

ist ein frauenverstand eine pulversubstanz,
die flüssigkeit braucht? etwas gänzlich trockenes
für sich allein? lückenfüllendes blau, das ausmehlt
vom rand der pupille in abgelegene gegenden
voller wurzelgeflecht, in männliche fruchtkörperschalen
in beckenendlagen?

***

 Sylvia Geist, geb. 1963, wuchs in ihrer Geburtsstadt Berlin auf. Sie studierte Chemie, Germanistik und Kunstgeschichte an der TU Berlin und zog im Sommer 1989 nach Niedersachsen. Heute lebt sie in der Uckermark und in Vancouver.
Von 1992 an war sie als Redakteurin, Verlagsmitarbeiterin und Herausgeberin tätig, leitete verschiedene Veranstaltungsreihen an der Fachhochschule Hannover und gestaltete literarische und interdisziplinäre Projekte. Seit 1997 erscheinen Gedichte, Aufsätze, Erzählungen, Kurzprosa, Übersetzungen und Nachdichtungen – zuletzt Fremde Felle. Gedichte. Hanser Berlin Verlag, 2018. Preise (Auswahl): Literaturförderpreis des Landes Niedersachsen (1998), Lyrikpreis Meran (2002, mit Oswald Egger), Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Edenkoben (2006), Jahresstipendium des Landes Niedersachsen (2006),  Adolf-Mejstrik-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (2008), Stipendium des Rainer-Malkowski-Preises (2018)

Kolk

Wie Drachen auf
und ab mit dem Luftstrom,

ihr Glänzen und Kreisen
einander doubelnde dunkle

Momente. Einer stößt oder fällt
hinab für eine Beere, Beute,

Laune, was weiß ich. Wahr,
Raben klingen nüchtern,

bekannte Tonspur eines Films,
die sich vielleicht imitieren ließe,

das Echo aber
mit nichts zu vergleichen.

So. 26. Januar 2020, 15 Uhr:

So. 23. Februar 2020, 15 Uhr: „In Freuden lebe ich“ – Ein Programm mit Liebesgedichten von Joseph von Eichendorff, vertont von Roland Krispin. Mit Maria Schella (Klavier, 2. Stimme) und Roland Krispin (Gesang, Gitarre)

So. 22. März 2020, 15 Uhr:

Sa. 18. April 2020, 19 Uhr:

Sa. 09. Mai 2020, 19 Uhr: Thomas Gsella, Gerhard Henschel, Toni Mahoni und Benno Kolosska

Sa. 20. Juni 2020, 19 Uhr:

Sa. 22. August 2020, 19 Uhr: Offene Lesebühne am 100. Geburtstag von Wolfdietrich Schnurre

Sa. 26. September 2020, 19 Uhr:

So. 25. Oktober 2020, 15 Uhr:

So. 22. November 2020, 15 Uhr (Totensonntag):