2022

So. 15. Mai 2022, 15 Uhr: Sonja vom Brocke und Georg Leß

Musik: Periode (Berlin)

Sonja vom Brocke. Foto: Zoé Beausire
Sonja vom Brocke. Foto: Zoé Beausire

Sonja vom Brocke, geboren 1980 in Hagen, lebt als Autorin und Übersetzerin in Berlin. Studium der Philosophie, Germanistik und Anglistik u. a. in Köln und Paris. Publikationen (Auswahl): „Venice singt“ (kookbooks 2015), „Düngerkind“ (Verlag Peter Engstler 2018), „Mush“ (kookbooks 2020).

rege

rege zehrendes Ätz
der Teutonenonyx von vorn, so ein Wid(d)er-
schnittiger Teiler
zage Schmäh, ohne Schatz
sein Lavieren.
Was die Windelhippe erzürnt
dem Onyxteuton ein Ohrloch zu beißen

Georg Leß. Foto: Dirk Skiba
Georg Leß. Foto: Dirk Skiba

Georg Leß, geboren 1981 in Arnsberg, lebt in Berlin. Gedichtbände: „Schlachtgewicht“ (parasitenpresse 2013) und „die Hohlhandmusikalität“ (kookbooks 2019). Ausgewählte Gedichte wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Auszeichnungen: GWK-Förderpreis für Literatur, Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler.

der Fuchs am Südkreuz

ich schoss ja nur Bilder, schon ging er mir nach
seine Scheu, rötlich verwickelt in die Sommernacht
verwackelt, schief die Schilder, der Laternenpfahl


dieses kräftig durchblutete Nachbild, in Häuten die Stadt
wohin damit wo kein Rivale droht, zu Hause
wurde ich ihn los, wenn auch nicht satt, verkroch

sich vorm Blitz, tief im Unterholzwunsch, nur
ein Grollen blieb unter dem Schreibtisch zurück
in meiner Einkaufstüte wird das Fleisch nicht frischer

PERIODE ist eine 2016 gegründete Berliner Band, bestehend aus den Künstlern und Musikern Thomas Winkler und Andreas Reihse. Musikstil: Sci-Fi-Electro-Dance. Letzte Veröffentlichung im Weltschmerzverlag, London: Periode 1, 2, 3.

Sa. 12. März 2022, 19 Uhr: Kerstin Hensel, Cinderella räumt auf / Anton G. Leitner, Wadlbeissn

Kerstin Hensel / Anton G. Leitner

Am Samstag, dem 12. März 2022 kommen Kerstin Hensel (Berlin) und Anton G. Leitner (München) ins Lyrikhaus. Beginn 19 Uhr. Einlass ab 18 Uhr. Einritt 10 Euro. Es gelten die aktuellen Pandemieregeln.

Bitte erwerben Sie, wenn möglich, Tickets im Vorverkauf. Dabei wird auch die erforderliche Covid-19 Datenerhebung gemacht.

Kerstin Hensel, geboren am 29. Mai 1961 in Karl-Marx-Stadt, machte zunächst eine Ausbildung zu Krankenschwester und arbeitete danach als chirurgische Schwester. 1983, im gleichen Jahr, in dem ihr Sohn geboren wurde, begann sie ein Studium am Institut für Literatur in Leipzig, das sie 1985 beendete. In den Jahren 1985-1887 arbeite sie am Leipziger Theater. Seit 1987 ist sie freiberufliche Schriftstellerin. Seither hatte sie einen Lehrauftrag für Deutsche Verssprache und Versgeschichte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und an der Filmhochschule Potsdam. Seit 2001 ist sie Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst Berlin. Zuvor hatte sie in den Jahren 2000-2001 eine Professur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig inne.
Kerstin Hensel erhielt für ihre Werke zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Leonce-und-Lena-Preis (1991), das Stipendium der Villa Massimo (1995), den Ida-Dehmel-Literaturpreis (2004) und die Poetikdozentur an der Wilhelms-Universität Münster (2021/22).

Zuletzt erschienen: Schleuderfigur. Gedichte (2016), Regenbeins Farben. Novelle (2020) und Cinderella räumt auf. Gedichte (2021)

Anton G. Leitner, geboren am 16. Juni 1961 in München, studierte von 1982 bis 1988 Rechtswissenschaften und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität und absolvierte von 1990 bis 1993 das juristische Referendariat beim Oberlandesgericht München. 1992 gründete er den nach ihm benannten Verlag, der seitdem u.a. bis heute die Jahresschrift DAS GEDICHT publiziert. Gemeinsam mit Friedrich Ani, Michael Lentz, Nicola Bardola und anderen gründete Leitner Anfang der 1980er Jahre die Initiative Junger Autoren und war bis 1991 deren Vorsitzender. Bereits als Jurastudent edierte er junge Lyrik und Prosa bei Goldmann und war Juror beim Treffen Junger Autoren in Berlin (Bundeswettbewerb „Schüler schreiben“). Leitner veröffentlichte bisher zwölf Lyrikbände und zwei Booklets. Daneben war er umfangreich als Herausgeber tätig.

Anton G. Leitner wurde für seine literarische Arbeit u. a. mit dem Kulturpreis AusLese der Stiftung Lesen (1995), dem Victor Otto Stomps-Preis der Stadt Mainz (1997), dem Kogge-Förderpreis der Stadt Minden (1999) und dem Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung (2016) ausgezeichnet.

Zuletzt erschienen: Schnablgwax. Bairisches Verskabarett (2016) und Wadlbeissn. Zupackende Verse (2021), sowie als Herausgeber Die Bienen halten die Uhren auf. Naturgedichte (2020) und Gedichte für alle Liebeslagen (2021)

Sa. 12. Februar 2022, 16 Uhr, online & live: Buchpremiere Kerry Shawn Keys: Schnürsenkel für Chagall und andere Liebesgedichte

Kerry Shawn Keys, Foto: Algimantas Aleksandravičius
Kerry Shawn Keys, Foto: Algimantas Aleksandravičius

Der amerikanische Dichter Kerry Shawn Keys (Vilnius) liest aus seinem zweisprachigen, im Bübül-Verlag Berlin erschienenen Gedichtband Schnürsenkel für Chagall und andere Liebesgedichte / Shoelaces for Chagall and Other Love Poems, zusammen mit der Übersetzerin Stefanie Berger (Washington D.C.)

Die Künstlerin Ina Abuschenko-Matwejewa, die zu den Gedichten weibliche Akte als paper cuts gestaltet hat, wird im Lyrikhaus anwesend sein, einige ihrer Arbeiten zeigen und ihre Herangehensweise erläutern.

Tanja Langer, die Verlegerin, moderiert.

Präsenzteilnahme möglich, bitte verbindlich reservieren unter info ätt lyrikhaus.de. Es gelten die aktuellen Pandemieregeln.

Mitschnitt des Zoom-Meetings (bei Minute 1:25 geht es richtig los und es endet wegen Netzwerkproblemen etwas abrupt)