Zukünftige Veranstaltungen

Sa. 13. November 2021, 19:30 Uhr: Lesung Thomas Böhme

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Thomas Böhme (geb. 1955 in Leipzig, wo er immer noch lebt) begann ein Lehrerstudium, wurde 1977 unter fadenscheinigen Vorwänden aus politischen Gründen exmatrikuliert und ließ sich dann zum Bibliotheksfacharbeiter ausbilden. Anschließend arbeitete er als Bibliothekar und Werberedakteur. Von 1982 bis 1984 absolvierte er ein Fernstudium am Literaturinstitut Leipzig. Seit 1985 ist er mit Unterbrechungen freier Autor.

Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und des Deutschen Schriftstellerverbandes.

Thomas Böhme hat sich vor allen Dingen als Lyriker einen Namen gemacht, sein umfangreiches Werk umfasst aber auch Erzählungen, Romane und Essays. Außerdem arbeitet er als Herausgeber, Nachdichter und Fotograf.

Er wurde u.a. mit dem Georg-Maurer-Preis der Stadt Leipzig (1988), der Ehrengabe der Schillerstiftung Weimar (1994) und dem Calwer Hermann-Hesse-Stipendium (2014) geehrt.

2021 erschien im Poetenladen-Verlag Leipzig sein neuer Gedichtband Strandpatenschaft.

Weitere Veröffentlichungen aus jüngerer Zeit: Poesiealbum 347 (2019), Klavierstimmer auf der Titanic (2018)

Hinweis: Es gilt die 2G-Regel (geimpft, genesen). Bitte entsprechende Nachweise mitbringen.

Leseprobe:

Fontane Gelände
(Der Stechlin)

Pferdedampf, Sand spritzt auf, Wasser stäubt.
Immerhin führt auch ein Weg um den See.
Das Schloß ist schon etwas heruntergekommen.
Was man obendrein wahrnimmt
sind Wetterfahnen & Tabakanbau.

Die Erinnerung hat ihre eigene Melodie.
Nichts geschieht ohne den Segen Gottes
und beinahe nichts ohne den Alten von Sanssouci.
Was hat Preußen denn hochgebracht? –
Zucht & Kartoffeläcker!

Zwischen Wäscheleinen & Gartenstühlen
läßt sich Bismarck so gut wie Bebel zitieren.
Die Frauen sind ihrer Zeit meist ein wenig voraus.
Nun, auch dafür findet sich eine Erklärung:
Das Neue wählt sich halt gern einen schönen Mund.

Im Prinzip aber hält man sich an die Kleiderordnung.
Wo die Kirche im Dorf bleibt, dürfen selbst die Pastoren
über die Stränge schlagen. (Ja, das wendische Blut!)
Und gar die märkischen Bienen: Sie, unbekehrbar
summen munter nach Heidenart.

Katechismus als Exerzierreglement:
Damit läßt sich kein Blumentopf mehr gewinnen.
Muß man deswegen gleich die Fahne wechseln?
Nee, laß das mal, Engelke, der rote Hahn steigt
noch früh genug aus den Fluten.

Sa. 12. März 2022, 19 Uhr: Kerstin Hensel, Cinderella räumt auf / Anton G. Leitner, Wadlbeissn