Archiv 2018

So. 21. Januar 2018, 15 Uhr: Buchpremiere „Das geflügelte Haus“ und Verlagsvorstellung Edition Petit Dresden

Richard Pietraß (l.) und Manfred Richter
Richard Pietraß (l.) und Manfred Richter

Am 21. Januar 2018 um 15 Uhr hat die erste Publikation der „Edition Lyrikhaus“ mit dem Titel „Das geflügelte Haus“ daselbst Premiere. Gleichzeitig stellen wir die Edition Petit aus Dresden vor. Es gibt Kaffee und Kuchen. Der Eintritt beträgt 10 Euro.

Das bibliophile Heft, das in einer nummerierten, handsignierten Auflage von 200 Exemplaren erscheint, enthält die Reden von Gisbert Amm und Richard Pietraß zur Eröffnung des Lyrikhauses am 21. Mai 2016 nebst der darin erwähnten Gedichte. So können alle, denen es nicht vergönnt war, dabei zu sein, nachträglich in die Stimmung des Eröffnungstages eintauchen. Die blaue Broschüre mit dem Titel „Das geflügelte Haus“ ist sozusagen die Geburtsurkunde des Lyrikhauses.

Produziert wurde das Heft im TypoStudio SchumacherGebler in Dresden, wo Manfred Richter die Edition Petit herausgibt, in der mehrere Lyrikbände erschienen sind, unter anderem Richard Pietraß‘ Liebesgedichte mit dem Titel „Lustwandel“. Pietraß wird aus diesem Band lesen. Weiterhin wird Michael Wüstefeld aus seinem ebenfalls in der Edition Petit erschienenen Buch „Fünfkirchen fünf vor zwölf“ lesen, einem Tagebuch aus dem  südungarischen Pécs / Fünfkirchen aus dem Jahr 2012.

Gisbert Amm wird Manfred Richter zu seiner verlegerischen Tätigkeit befragen.

Richard Pietraß. Foto: peter gesierich © xuru.eu
Richard Pietraß. Foto: peter gesierich © xuru.eu

Richard Pietraß, geboren 1946 in Lichtenstein / Sachsen, ist einer der wichtigen Dichter der mittleren DDR-Generation mit bedeutsamen Gedichtbänden wie „Notausgang“, „Freiheitsmuseum“ und „Spielball“. Er veröffentlichte nach einer Schweigepause nach der  Wende zahlreiche weitere Gedichtbände, übertrug vor und nach der Wende viele Dichter und Dichterinnen ins Deutsche (u.a. Apollinaire, Zwetajewa, Heaney und Tranströmer) und förderte als Lektor und Veranstalter über die Jahre etliche seiner Dichterkollegen weit über das gewöhnliche Maß hinaus. 1977-1979 gab er in der Nachfolge von Bernd Jentzsch bis zu seinem aus politischen Gründen erzwungenen Ausscheiden die legendäre Reihe „Poesiealbum“ heraus, damals im Verlag Neues Leben. Von 2009 bis 2012 betreute er die wieder aufgelegte Reihe dann noch einmal im Märkischen Verlag Wilhelmshorst. Von 1998 bis 2016 lud er insgesamt 125 Dichter und Dichterinnen zu seiner außergewöhnlichen Reihe „Dichterleben“ in das Berliner Brechthaus ein. Pietraß wurde u.a. mit der Ehrengabe der Schillerstiftung, dem Wilhelm-Müller-Preis und dem Erwin-Strittmatter-Preis geehrt.

 

Michael Wüstefeld
Michael Wüstefeld

Michael Wüstefeld, geboren 1951 in Dresden, war nach einem Ingenieursstudium bis 1991 als Technologe in einem Dresdner Ingenierbüro tätig. Nach dem Verlust dieser Kontinuität lebt er seit 1993 als freischaffender Autor und Kritiker in Dresden. 1987 erster Gedichtband „Heimsuchung“ im Aufbau-Verlag, 1990 zwei weitere Gedichtbände im gleichen Verlag. Seit 1993 etliche weitere Gedichtbände und Tagebücher. Walter-Hasenclever-Preis 1990.

Richard Pietraß schrieb über ihn in der Einladung zu seiner legendären Reihe „Dichterleben“ im Brechthaus im Jahr 2002:

„Wenige Jahre nach dem Feuertod Dresdens geboren, blieb Michael Wüstefeld seiner Stadt per Nabelschnur verbunden. Er rieb sich an ihr und nährte einen Flughunger, der ihn anfangs zu Ikarus-Gedichten, mit der Wende leibhaftig zu Traumplätzen führte, an denen er Federn ließ und sich weltsatte Verse an den Dichterhut heftete.“ (zitiert nach „Dichterleben. Steckbriefe und Kußhände“, Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2016, S. 17 – mit freundlicher Genehmigung des Autors)