So. 18. Februar 2018, 15 Uhr: Gotische Knoten – Wilhelm Bartsch löst die nicht, sondern liest sie nur, nämlich neue, diesmal politisch sehr unkorrekte Gedichte und wird dabei gestört, nein eher gestärkt durch Schortie Scheumann an seiner Trompete

Am 18. Februar 2018 um 15 Uhr kommen Wilhelm Bartsch und Schortie Scheumann ins Lyrikhaus. Es gibt Kaffee und Kuchen. Der Eintritt beträgt 10 Euro.

Wilhelm Bartsch
Wilhelm Bartsch

Der Dichter Wilhelm Bartsch, geboren 1950 in Eberswalde und dort aufgewachsen, Verwandtschaft in Rosenbeck und Altenhof am Werbellinsee, ist vom Erscheinen eines Lyrikhauses in der Landschaft seiner Kindheit so fasziniert, dass er, seit vielen Jahren Hallenser, der heimatlichen Schorfheide einen Besuch abstattet, um im Lyrikhaus aus seinen neuesten Gedichten zu lesen. Als Überraschung hat er das zweite Heft der Edition Lyrikhaus im Gepäck, das sich mit seiner hiesigen Heimat beschäftigt. Sein Eberswalder Freund Steffen „Schortie“ Scheumann, bekannt als Schauspieler, wird ihn mit der Trompete begleiten und herausfordern.

Wilhelm Bartsch veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände (u.a. „Übungen im Joch“ 1986), Erzählungen und Romane. Er wurde u.a. mit dem  Brüder-Grimm-Preis und dem Wilhelm-Müller-Preis ausgezeichnet.

In der Einladung zu seiner legendären Reihe „Dichterleben“ im Brechthaus schrieb Richard Pietraß 2006 über Wilhelm Bartsch:

„Entdeckerlust und Sprachwucht kennzeichnen die Gedichte des gelernten Rinderzüchters und studierten Philosophen, der, ein hallescher Herr, seinen Steifnacken freiwillig ins Zackenjoch der Poesie beugt. Auf Achse, über Highways und higher ways nach Lappland und in die Tiefen des ausgepowerten Mansfelds, Deutschlands rotem, enthäutetem Bizeps, gibt er Geschichte Gesicht, nimmt er, samt seinen genudelten Lesern, ein Nadelbad in der Menge der Ereignisse.“ (zitiert nach „Dichterleben. Steckbriefe und Kußhände“, Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 2016, S. 26 – mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Steffen "Schortie" Scheumann
Steffen „Schortie“ Scheumann. Foto: Annemone Taake

Steffen Scheumann studierte Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und Schauspielerei an der damals der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ angegliederten Rostocker Schauspielschule. Als Theaterschauspieler stand er unter anderem in Parchim, Berlin und Bochum auf der Bühne. Weiterhin erhielt er Rollen in Filmen (u.a. Sonnenallee und Grand Budapest Hotel) und arbeitet als Hörspielsprecher.

Auf seine Initiative geht der Neue Blumenplatz in Eberswalde zurück, so benannt in Anlehnung an das Gedicht Campo di Fiori des polnischen Literaturnobelpreisträgers von 1980 Czesław Miłosz, das die Verfolgung Intellektueller und die Gleichgültigkeit der Bevölkerung gegenüber den Verbrechen im Warschauer Ghetto thematisiert (auf dem Campo de’ Fiori [= Blumenplatz] in Rom wurde am 17. Februar 1600 der Philosoph, Dichter und Astronom Giordano Bruno als Ketzer verbrannt).

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